Entscheidung

Was kostet Individualsoftware? Preisleitfaden 2026

Aktualisiert 8. Juni 2026 · 6 Min. Lesezeit

Es ist die erste Frage in jedem Projekt, und die ehrliche Antwort lautet: es hängt vom Umfang ab. Aber „es hängt davon ab“ hilft bei keiner Entscheidung. Hier sind echte Spannen für 2026 in Spanien und vor allem: was ein Angebot steigen oder sinken lässt.

Richtwerte nach Projekttyp

  • Einzelnes Modul oder Anbindung (Ihre Website mit der Rechnungsstellung verbinden, ein internes Dashboard, eine Automatisierung): 1.500–4.000 €.
  • Komplette Anwendung oder Portal (CRM, Kundenportal, Bestellverwaltung): 8.000–25.000 €.
  • Komplexe Plattform (mehrere Rollen, elektronische Rechnungsstellung, Bankenanbindung, KI): ab 25.000 € und in Phasen umgesetzt.

Als Marktorientierung: Ein Freelancer mit Vorlagen liefert Websites für 500–2.000 €, eine mittelgroße Agentur verlangt 3.000–10.000 €, und ein auf Individualprodukte spezialisiertes Studio liegt je nach Umfang bei 1.500–6.000 € pro Baustein.

Was den Preis wirklich bewegt

1. Anbindungen

Der Aufwand steckt in der Anbindung an Banken (Norma 43/CSB43), die Steuerbehörde (VeriFactu), Zahlungsanbieter oder ein bestehendes ERP. Eine hübsche Maske ist billig; dass sie mit Ihrer Bank und der Steuerbehörde spricht, nicht.

2. Rollen und Berechtigungen

Ein einzelner Nutzer ist einfach. Administratoren, Mitarbeitende, Kunden und Partner mit unterschiedlichen Rechten vervielfachen die Logik.

3. Daten und Migration

Bei null anzufangen geht schnell. Jahre an Excel-Listen, Dubletten und unsaubere Daten zu migrieren dauert — und genau dort entsteht der größte Nutzen.

4. Wartung

Software wird nie „fertig“, sie entwickelt sich weiter. Eine monatliche Pauschale für Korrekturen und Verbesserungen verhindert, dass das Projekt nach einem halben Jahr verrottet.

Individualsoftware vs. Standardsoftware

Ein generisches Werkzeug ist im ersten Monat billiger und jedes Jahr teurer: Sie zahlen Lizenzen pro Nutzer, passen sich ihm an und enden mit fünf Programmen, die nicht miteinander sprechen. Individualsoftware passt sich an, wie Sie arbeiten— nicht umgekehrt — und der Code gehört Ihnen. Nur 17 % der KMU in Spanien haben ihr CRM mit der Buchhaltung verbunden: Genau dort liegt der Wettbewerbsvorteil.

Wie Sie nicht zu viel zahlen

  • Beginnen Sie mit dem Modul, das am meisten schmerzt— nicht mit „alles auf einmal“. So belegen Sie den Nutzen mit wenig Geld.
  • Bestehen Sie auf wöchentlichen Lieferungen: Am siebten Tag sollten Sie bereits etwas Funktionierendes sehen.
  • Verlangen Sie Quellcode und Daten vertraglich: ohne Lock-in können Sie jederzeit gehen.
  • Misstrauen Sie einem Festpreis, über dessen Anbindungen noch niemand gesprochen hat.
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